Hochwasserkatastrophe September 2024

Bezirksfeuerwehrkommando Mistelbach: Hochwasserereignisse im September 2024 

Die anhaltenden Regenfälle am vergangenen Wochenende führten auch im Bezirk Mistelbach zu großflächigen Überschwemmungen und erheblichen Hochwasserschäden. Bereits am Sonntag, dem 15. September, wurden nahezu alle Feuerwehren des Bezirks alarmiert, um die betroffenen Gebiete zu unterstützen. In den Spitzenzeiten waren über 100 Feuerwehren mit rund 120 Fahrzeugen und etwa 750 Feuerwehrleuten im Dauereinsatz. Katastrophenhilfszüge und Spezialgeräte wurden aus dem gesamten Bezirk zur Verstärkung an die kritischen Hotspots herangezogen. Auch Einsätze außerhalb des Bezirks, wie etwa in Tulln, waren erforderlich. 

Einsatzverlauf und Maßnahmen 

Der Bezirksführungsstab wurde am 15. September in den frühen Morgenstunden aktiviert, um die Vielzahl der Einsätze in Zusammenarbeit mit der Bezirksalarmzentrale zu koordinieren und zu überwachen. Schwerpunkte der Arbeiten waren das Auspumpen überfluteter Gebäude, das Beseitigen umgestürzter Bäume sowie die Sicherung von Dämmen. Hochleistungspumpen wurden rund um die Uhr eingesetzt, um die Wassermassen zu kontrollieren und Überschwemmungen einzudämmen. 

Hotspots und kritische Lagen 

Besondere Aufmerksamkeit galt den Flüssen Zaya, Rußbach, Taschlbach und Thaya, die mehrfach über die Ufer traten. Die Thaya erreichte gefährliche Pegelstände und wurde in enger Zusammenarbeit mit den tschechischen Behörden überwacht. Ein grenzübergreifender Einsatz mit der Freiwilligen Feuerwehr Hevlin (CZ) wurde durchgeführt, um einen großen Baum zu bergen, der sich an einer Brücke der Thaya verfangen hatte. Mithilfe eines Baggers und einer Seilwinde konnte dieser erfolgreich geborgen werden. In der Nähe von Altprerau senkte sich ein Damm entlang der Thaya, woraufhin zahlreiche Einsatzkräfte sofortige Sicherungsmaßnahmen einleiteten. 

Ein besonders kritischer Punkt war das Ortsgebiet von Ladendorf, das von Wassermassen überflutet wurde und zahlreiche Gebäude schwer beschädigte. Der Einsatz eines Katastrophenhilfszuges wurde angefordert, um die lokalen Feuerwehren bei der Stabilisierung der Lage zu unterstützen. 

Der Rußbach bereitete im Abschnitt Wolkersdorf zwischen Unterolberndorf und Großengersdorf die größten Probleme. Die Einsatzkräfte kämpften mit Durchflüssen von bis zu 17 m³/s und einem Wasserstand von 3,55 m. Mehrere Hektar Felder wurden überflutet. So wie auch bei Gewässern des Bezirks wurde auch hier tausenden Sandsäcken zur Stabilisierung von Dämmen eingesetzt, um gefährdete Wohnhäuser erfolgreich vor den Wassermassen zu schützen. Zusätzlich musste als Sicherheitsmaßnahme in Wolkersdorf ein Damm kontrolliert geöffnet werden, um ein unkontrolliertes Austreten des Wassers zu vermeiden und mögliche Gefahren für Anwohner und Gebäude abzuwenden. 

Unterstützung durch den Wasserdienst 

Der Wasserdienst spielte eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung der Hochwasserkatastrophe. Neben der Beobachtung und Beratung vor Ort sorgten die Experten für die Überwachung der Pegelstände, die Inspektion gefährdeter Objekte und die Kontrolle der Dammstabilität. Vor allem in den stark betroffenen Abschnitten Mistelbach, Laa und Wolkersdorf leistete der Wasserdienst wertvolle Unterstützung und trug maßgeblich dazu bei, kritische Situationen rechtzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren. 

Fortschritte und Entspannung 

Ab dem 17. September entspannte sich die Lage allmählich, da die Pegelstände mehrerer Flüsse zurückgingen. Die akuten Gefahren für Menschen und Sachwerte konnten weitgehend unter Kontrolle gebracht werden. Der Bezirksführungsstab blieb weiterhin telefonisch erreichbar, um die bezirksübergreifende Koordination sicherzustellen. Die Feuerwehren setzten jedoch ihre Einsätze fort, um Pumparbeiten und Aufräummaßnahmen fortzuführen. Besonders die Stabilität des Damms am Taschlbach in Paasdorf wurde weiterhin intensiv überwacht, um eine mögliche Überschwemmung des Ortsgebiets zu verhindern. Am Montagnachmittag wurde die Situation in Paasdorf erneut kritisch. Durch das rasche Reagieren der Einsatzkräfte und sofort eingeleitete Sicherungsmaßnahmen konnte ein Dammbruch verhindert und somit die Gefahr für die unmittelbar angrenzenden Ortschaften abgewendet werden. 

Einsatz des Katastrophenhilfsdienstes (KHD) und der Sonderpumpenanlagen (SPA) 

Während der akuten Hochwasserbedrohung wurde der Katastrophenhilfsdienst (KHD) im Bezirk Mistelbach mehrfach eingesetzt und im Laufe der Woche auch zu Einsätzen außerhalb des Bezirks alarmiert. Der KHD Laa wurde bereits am Sonntag nach Maisbirbaum und Stockerau beordert, um Pumparbeiten durchzuführen. Der KHD Poysdorf war am Montag innerhalb des Bezirks in Ladendorf im Einsatz, um die akute Krisensituation in der bereits überfluteten Ortschaft zu bewältigen. Der KHD Mistelbach am Mittwoch und der KHD Wolkersdorf am Freitag in Tulln wertvolle Beiträge zur weiteren Stabilisierung der Lage. Sämtliche KHD-Züge des Bezirks waren somit aktiv an der Bewältigung der kritischen Situationen beteiligt. 

Im gesamten Bezirk Mistelbach kamen mehrere Sonderpumpenanlagen zum Einsatz, darunter die SPA900 aus Laa an der Thaya, die seit dem 15. September ununterbrochen in Betrieb war. Zunächst wurde sie in Großebersdorf eingesetzt, danach im Tullnerfeld in Asparn (Bezirk Tulln). Die Einsatzkräfte wechselten sich im 24-Stunden-Rhythmus ab, und es wurde erwartet, dass der Einsatz noch mehrere Tage andauern würde. 

Dank und Ausblick 

Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Markus Schuster bedankte sich bei allen Feuerwehren und beteiligten Kräften für ihren unermüdlichen Einsatz. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit aller Einheiten, der kontinuierlichen Überwachung der Pegelstände und dem gezielten Einsatz der Großpumpen konnte eine weitere Verschärfung der Lage verhindert werden. Ein besonderer Dank gilt dem Bezirksführungsstab, der sowohl an den Einsatztagen vor Ort als auch in den Folgetagen im Telefondienst großartiges Krisen- und Koordinationsmanagement geleistet hat. Auch das Team der Bezirksalarmzentrale in Mistelbach verdient höchste Anerkennung. Trotz geringer Besetzung gelang es, die unzähligen Einsätze unter extremer Belastung ruhig und höchst professionell zu meistern. 

Die Bevölkerung wird weiterhin aufgerufen, die Sicherheitsmaßnahmen zu beachten und betroffene Straßenbereiche zu meiden, bis alle Sicherungs- und Aufräumarbeiten abgeschlossen sind. 

 Fotos: BFKDO, Feuerwehren des Bezirks

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